Unsere Geschichte
und Kernpunkte

Vom Anti-Gewalt-Projekt zu Strong!
Seit Anfang der 1990er Jahre gab es im Sub das Anti-Gewalt-Projekt (AGP) für schwule, bisexuelle und queere Männer* - damals ein Novum in Bayern. Ein Meilenstein war im Herbst 2019 die Ausweitung des Angebots auf ganz Bayern auf Grundlage der neuen Förderung durch das bayrische Ministerium für Arbeit, Familie und Soziales. Im Juli 2020 folgte der nächste große Schritt: aus dem AGP wurde “Strong!”, die LGBITQ* Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt.
Für die LGBTIQ*-Community
Die Beratungsangebote von Strong! richten sich an alle LGBTIQ*s, die Gewalt und/oder Diskriminierung erlebt haben. Das beinhaltet zunächst Gewalt- und Diskriminierungsfälle mit einer homosexuellen-, bisexuellen-, trans*-, inter*- bzw. queerfeindlichen Motivation. Eingeschlossen sind auch Fälle, in denen Heterosexuelle Opfer von homosexuellenfeindlicher Gewalt werden bzw. cis* Personen Trans*feindlichkeit erleben.

Außerdem wenden sich auch Menschen an Strong!, die Gewalt ohne eine bestimmte feindliche Motivation erlebt haben. Das sind vor allem LGBTIQ*s, bei denen Gewalt in ihrer eigenen Paarbeziehung vorkommt. Und das sind LGBTIQ*s, die Opfer von Gewalt ohne homosexuellen- oder trans*feindliches Motiv wurden und sich eine LGBTIQ* Person als Beratungsfachkraft wünschen. Hier entscheidet der Wunsch, sich nicht erst outen zu müssen. Das gilt ebenso für LGBITQ*s, die rassistische Erlebnisse gemacht haben.
Sensibilisierung für Diskriminierung und Gewalt
Eine andere Herausforderung ist das Verständnis von “Gewalt” in unserer Gesellschaft. In zahlreichen Gesprächen mit LGBITQ*s stellt sich heraus, dass Gewalt oft gar nicht als solche erkannt wird. Viele setzen Gewalt mit Zuschlagen oder Waffengebrauch gleich. An die vielen Formen von psychischer Gewalt wird oft nicht gedacht, obwohl diese quantitativ deutlich überwiegen, wie die Grafik “Gewaltform/Diskriminierungsart” belegt. All die bösen Blicke, die blöden Witze, die herabwürdigenden und demütigenden Sprüche sind so häufig und allgegenwärtig, dass sich viele LGBITQ*s ein ganz “dickes Fell” zugelegt haben. Die Omnipräsenz der LGBTIQ*-Feindlichkeit macht Gewalt zu einer Normalität in unserem alltäglichen Leben - und Normalität ist oft am schwersten zu dekonstruieren.
Enorme Dunkelziffer
Um diese Dunkelziffer von Gewalt- und Diskriminierungsfällen zu erhellen, gibt es online ein Meldeformular, das anonym unter https://strong-meldung.subonline.org ausgefüllt werden kann. Diese Option richtet sich neben ungeouteten LGBTIQ*s gleichfalls an alle, die eine Meldung machen möchten, aber keinen konkreten Beratungsbedarf haben. Etwa weil sie nicht selbst betroffen sind oder z.B. in der Zeitung oder online von einem Fall erfahren haben.
Tabuthema Häusliche Gewalt
Andere Gewaltformen scheinen in der Community regelrecht tabuisiert zu sein. So finden auffällig wenige Betroffene von “häuslicher Gewalt” (gemeint ist Gewalt innerhalb der Paarbeziehung, die durch den/die eigene Partner*in ausgeübt wird) ihren Weg zu uns. Und auch hier stellen wir immer wieder fest, dass viele von Erfahrungen mit Häuslicher Gewalt berichten können, diese aber gar nicht als Gewalt erkennen und folglich vieles über sich ergehen lassen. Auch hier gehen wir von einer enorm hohen Dunkelziffer aus.

Eine der großen zukünftigen Aufgaben von Strong! wird es in den nächsten Jahren also sein, durch themenspezifische Öffentlichkeitsarbeit LGBTIQ*s für verschiedene Formen von Gewalt und Diskriminierung zu sensibilisieren.
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